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25.08.2022

Die Verantwortung des Gesundheitssektors für den Klimawandel wird unterschätzt

Nur 13 % der Deutschen wissen, dass die Gesundheitsbranche mehr zum Klimawandel beiträgt als die Schifffahrt oder der Flugverkehr.

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Der Klimawandel zählt zu den größten Gefahren für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert. Ausgerechnet die Gesundheitsbranche selbst trägt einen wesentlichen Teil zur Klimakrise bei, doch das ist nur wenigen Deutschen bekannt: Lediglich 13 % der Bürger*innen wissen, dass der Gesundheitssektor mehr CO2-Emis-sionen ausstößt als die Schifffahrt oder der Flugverkehr. Vielmehr halten 49 % die Schifffahrt irrtümlich für den größeren Klimasünder, 38 % tippen auf den Flugverkehr. Dass der Klimawandel mit gravierenden gesundheitlichen Folgen einhergeht, macht den Deutschen allerdings durch-aus Sorgen. Das sind zentrale Ergebnisse des „Healthcare-Barometers 2022“ zum Schwerpunkt Klimawandel, einer repräsentativen Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1.000 Personen. PwC veröffentlicht die Studie bereits zum achten Mal in Folge.

Hoher Energieverbrauch, globale Lieferketten, Einweg-Müll

„Der Gesundheitssektor trägt mit 4,4 % der CO2-Emissio-nen weltweit eine große Mitverantwortung für die drohen-de Klimakrise, etwa durch seinen hohen Energieverbrauch oder globale Lieferketten. In Deutschland liegt dieser Wert sogar bei 5,2 %, wie die Nichtregierungsorganisation ‚Health Care Without Harm‘ ermittelt hat. Es ist dringend notwendig, dass der Öffentlichkeit diese Faktoren bewusst werden. Denn nur so entsteht der gesellschaftliche Druck, unter dem die Branche sich ihrer Verantwortung stellt und für mehr Nachhaltigkeit einsetzt“, erklärt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland.

87 % fürchten die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise

Das ist dringend notwendig, denn der Klimawandel belastet die menschliche Gesundheit enorm – sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht. Das ist den Bürger*innen durchaus bewusst. So gehen nur 13 % davon aus, dass die Klimakrise keine gesundheitlichen Auswirkungen hat. Die Deutschen fürchten vor allem mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ausgelöst durch Hitzewellen, wie 55 % der Befragten bestätigen. Ebenso sorgen sie sich um das häufigere Auftreten von Asthma und anderen Atemwegserkrankungen durch die zunehmende Luftverschmutzung (46 %) und von Aller-gien wie Heuschnupfen durch den veränderten Pollenflug (44 %).

„Es ist keinesfalls übertrieben, wenn die Erderwärmung als größte Herausforderung für die globale Gesundheit des 21. Jahrhunderts bezeichnet wird. Denn neben den direkten Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen bedrohen uns die indirekten Folgen der Klimakrise: etwa die Zunahme von Infektionskrankheiten durch zerstörte Ökosysteme oder der eingeschränkte Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln weltweit“, warnt Sevilay Huesman-Koecke, Head of Business Development bei PwC Deutschland.

Jeder zweite Deutsche fordert Senkung des Energieverbrauchs

Welchen Weg sehen die Deutschen aus der weltweiten Klimakrise? Wo soll die Gesundheitswirtschaft sich in puncto Nachhaltigkeit engagieren? Priorität hat aus Sicht der Bürger*innen das Senken des Energieverbrauchs, wie 50 % fordern. An zweiter Stelle steht eine energieeffiziente Renovierung oder Gestaltung von Gebäuden (48 %), gefolgt von der Förderung erneuerbarer Energien im Gesundheitswesen (43 %). „Damit legen die Studienteilnehmer*innen tatsächlich einen Finger in die Wunde, denn das Gesundheitswesen – insb. der Krankenhaussektor – hat einen enorm hohen Energie- und Wasserverbrauch. Auch durch die nicht unerheblichen Abfallmengen ist das deutsche Gesundheitswesen alles andere als gut gerüstet für die Zukunftsziele. Deshalb ist es dringend notwendig, dass die Gesundheitsbranche An-reize erhält, energie- und ressourcenschonender zu arbeiten. Ein erster Ansatz könnte eine neue Krankenhausfinanzierung sein, die keine Anreize bietet, immer mehr Fälle zu generieren“, so Burkhart.


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